Verehrte Global Generation!
Die heute auf unserem Planeten lebenden Generationen sind jene, die unter dem Einfluss der Globalisierung aufgewachsen sind; viele Jugendliche kennen den Zustand der Welt zuvor nur aus Gesprächen mit Älteren, Schule und Medien. Die Globalisierung ist eine Entwicklung, der sich kaum einer entziehen kann – sie ist da und beeinflusst unser aller Leben, man kann nicht gegen oder für sie sein – da verhält es sich wie beim Wetter: Sonne oder Regen, das Wetter ist immer da. Also muss man etwas daraus machen – aus dem Wetter wie auch der Globalisierung.
Einer der wichtigsten Protagonisten der Globalisierung ist zweifellos das Internet: Es hat die Welt radikal verkleinert: Jeder kann mit fast jedem in Kontakt treten und bleiben, egal, wo er sich befindet. Das Exotischste heute ist ein Funkloch oder ein Winkel hinterm Mond ohne Internetzugang: Da fangen dann oft die letzten echten Abenteuer an. ..
Austausch von Wissen und Meinungen ist für viele denkbar einfach geworden. Die Welt ist kein gigantischer Planet mehr, der durchs All jagt, sondern ein global village, ein kleines Dorf, bestehend aus Abermillionen Postfächern. Kontinente, Länder, Kulturen sind durch das Internet noch enger zusammengerückt denn durch die Billig-Airlines dieser Welt, die es mittlerweile vielen Menschen ermÖglichen, »mal eben« an Ziele zu gelangen, von denen unsere Großeltern nur zu träumen wagten. Waren ausgefallene Ziele bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts noch von Abenteuergeist und Exklusivität geprägt, so ist folgende Reaktion schon fast die Regel: »Nach Feuerland wollt ihr? Gute Idee, da empfehle ich euch das Fischrestaurant direkt am Hafen von Ushuaia«
Diese Zeit, deren MÖglichkeiten die Menschen enger zusammenrücken lässt: Wird sie die Lebensentwürfe der jungen Menschen verändern? Werden die markanten Unterschiede zwischen den Kulturen abgeschliffen oder verfestigen sie sich weiter? Trägt das global village mit seiner permanenten Unruhe, überall dabei sein zu kÖnnen, gar müssen, zu einem Zustand hÖherer Zufriedenheit bei?
Wird Nachdenklichkeit und Besinnung auf Wesentliches ersetzt durch eine lebenslange Jagd nach dem, was vermeintlich für jeden da ist und das man sich nur abholen muss, ja, was offenbar jedem schlichtweg zusteht? Immerhin vermitteln viele Politiker dies, wenn sie inflationär mit dem Stichwort der sozialen Gerechtigkeit auf Menschen- und Wählerstimmenfang gehen. Werden in dieser Zeit nicht irrationale Begehrlichkeiten weltweit und parallel in großem Stil geweckt?
Die Politik bleibt viele Antworten schuldig – und umso mehr lohnt es sich, in das hineinzuhÖren, was junge Menschen auf diesem Planeten von ihrem Leben erwarten, welchen Entwurf sie in den ersten Dekaden für ihr Leben anfertigen, welche Träume sie für dieses eine Leben haben.
MÖglicherweise kommen sie mit den neuen Gegebenheiten viel besser zurecht als ältere Generationen: Wer nur den Euro erlebt hat, wird keine Vergleiche zu D-Mark-Zeiten im Kopf mit sich schleppen. Doch auch die Älteren sollten eigentlich wissen: Früher war durchaus nicht alles besser.
Planetopia, das wÖchentliche Wissensmagazin in Sat.1 (jeden Sonntag um 22:45) setzt mit seinen Themenwelten auf Generationen, die vieles wissen wollen, die Wissen als Bereicherung der eigenen MÖglichkeiten begreifen, die Bildung als wichtigste Option begreifen, den eigenen Lebensentwurf anzupacken. Insofern unterstützen wir gerne dieses Projekt, dass die Fragen nach der Zukunft dort stellt, wo sie anliegen: Bei der Global Generation. Auf die Antworten, die gefunden werden, darf man gespannt sein.
Ich wünsche diesem Projekt viel Erfolg und gute weitere Perspektiven.
Josef Buchheit
Produzent Planetopia (News and Pictures)
Mainz, im Juni 2008
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Verfasst von Gast am Do, 11/03/2010 - 09:23.Kommentar hinzufügen