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Freiburg (DE) Madison (USA) Isfahan (IR) Matsuyama (JP)


Idee des Projekts:
»Global Generation« ist ein innovatives, zeitgemäßes Kulturprojekt.

Der brandaktuellen Thematik Lebensentwurf und interkultureller Austausch der jungen Generation wird hier eine breite Plattform gegeben.

Von dieser Plattform aus gehen verschiedene Arbeitsgruppen in unterschiedlichen Kulturen, Milieus, Altersgruppen, Fachbereichen dem Subjekt nach.

Das heißt konkret, dass Künstler, Wissenschaftler, Pädagogen, Institutionen in Freiburg und
den Partnerstädten
Matsuyama (JP), Isfahan (IR)
und Madison (USA)
interdisziplinär zusammenwirken, um der Sachlage ein globales Gesicht zu geben.

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fudder.de: Kultur-WG "Global Generation": was ist das?

Verfasst von sebastian am Fr, 04/07/2008 - 10:39.

Kultur-WG "Global Generation": was ist das?

Seit vier Wochen wirbt ein Plakat über dem Juwelier am Bertoldsbrunnen (Kajo
215) für eine Ausstellung in diesem Gebäude. "Global Generation" heißt
das schwer gesponserte Projekt der beiden Freiburger
Kulturmanagement-Studenten Robin Resch (24, auf dem Foto mit einigen
Künstlern, Zweiter von rechts) und Oliver Kremershof (23, Erster von
links). Uns haben sie auch erzählt, was dabei hätte besser laufen
kÖnnen.

Auffällige Pfeile in Orange weisen vor der Kaiser-Joseph-Straße 215 den Weg ins
erste Obergeschoss, in einen großen, lichtdurchfluteten Raum. Er
ist durch Spanplatten unterteilt, so werden Zimmer angedeutet:
WG-Zimmer. Denn eigentlich soll die hier befindliche Ausstellung das
Zusammenleben und die Lebensentwürfe von jungen Leuten aus vier
verschiedenen Kulturen symbolisieren, für die jeweils stellvertretend
die Partnerstädte Freiburg, Isfahan, Madison und Matsuyama stehen.

"Der Gedanke kam uns, weil auch wir bald mit dem Studium fertig sind und uns
dann überlegen müssen, wie unsere eigenen Pläne aussehen", erklärt
Oliver die Idee hinter dem Konzept. "Und weil wir selbst viel reisen,
wollten wir diese Frage mit interkulturellem Ansatz verknüpfen." Jeder
Raum steht daher für ein Land und einen fiktiven WG-Mitbewohner,
in dem sich die jeweilige Kultur widerspiegeln soll. Im Fall Freiburg
ist der Charakter auch in einer Skulptur verbildlicht worden. "Rosa"
heißt sie: jung, Studentin, Musik hÖrend.

Ausgestattet wurden die Räume von fast 30 Künstlern
aus dem deutschsprachigen Raum, Japan, USA und Iran. Einige wurden
extra eingeflogen, japanische und iranische Künstlerinnen waren bis zu
vier Wochen lang zu Besuch. Andere haben ihre Werke auch
einfach eingeschickt. Nur eine Woche war vor Ausstellungsbeginn Zeit,
die Räume zu dekorieren, herausgekommen sind eher spärlich bestückte
Zimmer mit Fotografien, Wandmalereien, Skulpturen.

Einzelstücke sind es zumeist; ein roter Faden,
an dem das Thema der Ausstellung abzulesen wäre, ist nur spärlich zu
finden. "Die Zusammenarbeit der Künstler hätte ich mir intensiver
gewünscht", sagt Oliver, "auch die Idee der fiktiven Charaktere wurde
nicht so umgesetzt, wie wir das geplant hatten. Allgemein hätten wir
wohl mehr Zeit und Leute gebraucht für so ein großes Projekt."

Obwohl
einiges durch Zeitdruck und auch Kommunikationsprobleme Stückwerk
geblieben ist, zeigen sich Oliver und Robin mit dem Verlauf der
Ausstellung zufrieden, die am 6. Juni begonnen hat. Zwischen 30 und 60 Besucher
seien täglich gekommen, im Vorfeld konnten viele Sponsoren - unter
anderem Planetopia und das Freiburger Kulturamt - gewonnen werden. "So
ein kulturelles Projekt ist immer gut fürs Image", erklärt sich Oliver
den Erfolg bei der Suche nach Unterstützung. Bereits vor Jahren haben
er und Robin den kleinen gemeinnützigen Verein "Artoholics"
gegründet, der sich neben kulturellen auch sozialen Themen
widmet - etwa der Organisation von Workshops für Kinder und Jugendliche
aus sozial benachteiligten Familien in Vauban.

Die Planungen für die Ausstellung haben viel Zeit in Anspruch genommen:
Seit November vergangenen Jahres haben die beiden Freunde an dem
Konzept gefeilt, Künstler kontaktiert, Sponsoren gesucht, Flyer und
Plakate gedruckt, und sind nun im Mai sogar selbst nach Isfahan
geflogen. Aus der Stadt haben sie starke Eindrücke mitgenommen: "Es ist
wunderschÖn da", sagt Oliver, "aber die Leute wollen raus aus dem Iran.
Sie fühlen sich gefangen in ihrem Land."

Eine Soziologie-Studentin hat 400 junge Iraner dort zu ihrem Verhältnis zum
eigenen Staat und ihren Vorstellungen von anderen Ländern befragt. Die
Ergebnisse hängen nun als Statistiken im Isfahan-Zimmer der Kultur-WG, die mit Finissage und Abriss-Party am Samstag, 5. Juli zu Ende gehen wird.

Zuvor soll das Leitthema der Ausstellung aber bei einer weiteren
Veranstaltung noch einmal aufgegriffen werden: Heute Abend finden im
Jazzhaus ab 18 Uhr die "Wohnzimmergespräche" statt,
eine Podiumsdiskussion rund um die Frage "Wie lebt die junge Generation
unterschiedlicher Kulturkreise?" Der Journalist Benno Stieber wird sie
gemeinsam mit den Initiatoren von "global generation", Mitwirkenden des
Films "Football under cover" - ein mehrfach
ausgezeichneter Streifen über die iranische
Damen-Fußballnationalmannschaft -, und dem Soziologen Christian
Ofenheusle erÖrtern. Der Eintritt ist frei.

Was: Wohnzimmergespräche - global generation
Wann: Heute, 2. Juli, 18 Uhr
Wo: Jazzhaus
Eintritt: frei

Quelle: http://fudder.de/artikel/2008/07/02/kultur-wg-global-generation-am-bertoldsbrunnen/